Vreden – wo die Berkel am schönsten fließt

10 September 2017
durch: Jutta

Für Vreden brauche ich keinen Stadtplan. Schließlich bin ich hier aufgewachsen. Und auch heute ist das kleine Städtchen an der Berkel, die so ruhig und elegant durch die alten Hansestädte diesseits wie jenseits der Grenze fließt, mein Zuhause.

Am liebsten bin ich in Vreden per Rad unterwegs. Das ist hier üblich. Oder eben zu Fuß. Denn innerhalb des Butenwalls, des mittelalterlichen Schutzwalls der Stadt, schmiegen sich Häuser, kleine Geschäfte und gemütliche Cafés so herrlich eng aneinander, dass ein Spaziergang einfach am schönsten ist.

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Scherenschnitte und hausgemachter Kuchen in Vreden

Wer beim Bummeln Appetit auf Süßes bekommt, hat angesichts der Fülle an Cafés, keine leichte Wahl. Am besten, man bleibt gleich länger. Oder kommt schnell wieder! Eines muss man den Konditoren in Vreden nämlich lassen: Sie bringen Feines auf den Tisch. Ich probiere mich gern durch die Kuchen im Café am Alten Rathaus, wo auch das winzige, aber ungemein interessante Scherenschnittmuseum untergebracht ist. Der Eintritt ist übrigens gratis. Das Haus ist mit einem dekorativen Treppengiebel geschmückt und gleich gegenüber, rund um den Marktplatz gibt es noch eine ganze Reihe hübsch anzusehender Schmuckgiebel.

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Kirche, Kunst und Kult

Alt und neu finde ich ja gleichermaßen spannend. Umso glücklicher bin ich über Vredens jüngstes Projekt und Vorzeigeobjekt: das Kulturzentrum Kult. Ein minimalistischer Klinkerbau mit Glasflächen, die nicht nur überraschende Einblicke bieten, sondern auch die Umgebung – beispielsweise die romanische, sehr sehenswerte St. Felicitas-Stiftskirche gleich nebenan – toll spiegeln. Im kult wird regionale Geschichte inszeniert und kostbare Kirchenkunst ausgestellt. Dort ist auch die Touristeninformation untergebracht. Anlaufstelle für alle, die ein paar zusätzliche Tipps für ihren Besuch in Vreden suchen.

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Mit dem Nachtwächter unterwegs in Vreden

Ein Tipp für alle, die das Berkelstädtchen im Herbst und Winter besuchen: Bei einer Nachtwächterführung auf längst vergessenen Pfaden durch Vreden wandeln, in verwinkelten Gässchen und versteckten Höfen spannenden Geschichten aus der Vergangenheit lauschen. In der Dunkelheit, beim Schein der Nachtwächterlaterne, läuft dem ein oder anderen garantiert ein wohliger Schauer über den Rücken.

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Brot backen auf dem Bauernhof

Weniger Nervenkitzel, dafür umso tiefere Einblicke in das bäuerliche Leben von einst, verspricht ein Abstecher in den Stadtpark mit seiner historischen Hofanlage: elf denkmalgeschützte Gebäude, die von Ostern bis in den Herbst für Besucher geöffnet sind. Zu besonderen Anlässen, die ich in meinem Kalender immer dick anstreiche, wird im alten Backspeicher nach überlieferten Rezepten Brot gebacken. Zwei Laibe wandern jedes Mal in meine Tasche. Und sind ruck, zuck verspeist. So lecker! Übrigens gibt es da noch ein anderes authentisches Souvenir aus Vreden: den „Ravenbitter“.  Ein Kräuterbitter nach Rezeptur des Vredener Apothekers Christoph Rave von 1826. Erhältlich in der Wassermühlenstraße 3.

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Vreden – Zurück in die Natur

Wer noch Zeit und ein paar Wanderschuhe mitbringt, kann vor den Toren der Stadt faszinierende Stunden in der Berkelaue, einem einzigartigen Biotop für Vögel, Amphibien und Insekten, verbringen. Hier fließt die Berkel am schönsten. Und am schönsten finde ich es denn auch auf dem Wasser, wenn ich in einem schlanken Kanu geräuschlos am Ufer entlang gleite. Fernglas nicht vergessen!

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